Gravit Designer - kostenlose Alternative zu Illustrator

Über Jahrzehnte war die Software von Adobe der Standard in jeder Firma, die sich mit Grafikbearbeitung befasst. Die sogenannte Creative Suite von Adobe, bestehend aus Illustrator, Photoshop, Dreamweaver und Flash erfüllte immer alle Anforderungen, die Webdesigner an die visuelle Gestaltung von Webseiten hatten. Ohne Photoshop kann auch heute kaum ein Fotograf so richtig arbeiten, auch wenn Gimp im Funktionsumfang kaum noch hinterher hängt.

Um Buttons oder Benutzeroberflächen zu erstellen, nutzten Designer fast immer Tools wie Illustrator. Ganz früher wurde auch gern Fireworks genutzt. Mit dem Einzug von Vektoren in Photoshop war Fireworks allerdings irgendwann unnütz. Um allerdings komplette UIs zu designen, war und ist Illustrator noch immer der Quasistandard. Doch im Opensource-Bereich tut sich einiges. Inkscape ist ziemlich geil, was Vektorgrafikbearbeitung betrifft. Und aus Berlin kommt nun Gravit Designer.

Die Software selbst kannst nativ für Windows, MacOS und Linux herunterladen. Die Installation ist dabei mit einem einfachen Klick gelöst. Du kannst auf die Installation aber auch verzichten, denn Gravit Designer läuft auch problemlos im Browser. Dabei solltest du allerding auf einen schnellen Browser wie den neuen Firefox oder einen aktuellen Chrome setzen.

Wie ist das denn jetzt?

Mit Gravit kannst du dir Screen-Designs erstellen. Profis erstellen mit Gravit solche genialen Kunstwerke und tatsächlich habe sogar ich schon diverse Sachen mit Gravit realisiert, wobei es sich hier meistens nur um einfache Icons handelte. Ich selbst nutzte über viele Jahre Macromedia Fireworks, bis Adobe es kaufte und einstampfte. Wer das erste Mal Gravit Designer öffnet, erkennt sofort die für Grafikprogramme typische Oberfläche: Links gibt es Pages, Layers, eine Bibliothek und Symbole. In der Mitte ist die Leinwand und rechts werden die aktuell verwendeten Tools konfiguriert (Pinseldicke, Farbe, Farbverläufe, Post-Processing). Oben drüber ist die Werkzeugleiste: Auswählen, Rechteckwerkzeug, Pinsel und andere wichtige Werkzeuge überblicken in der Menüleiste das gesamte Geschehen.

Wer Fireworks oder Illustrator kennt, wird sich hier relativ schnell zuhause fühlen. Tatsächlich kann man mit dem Rechteckwerkzeug einen kleinen Button in weniger als 2 Sekunden erstellen. Du ziehst den Rahmen, klickst rechts auf Rahmen, kopierst den Button noch einmal, machst den Button schwarz und setzt ein Blur drauf. Schon hast du einen einfachen Schatten gemacht.

Das ist so wunderbar einfach, das kann sogar ich. Nein - Spaß beiseite. Es gibt natürlich eine Menge vor und Nachteile von Gravit Designer. Zum einen ist es natürlich kein Illustrator, doch selbst Profis nutzen längst nicht alle Illustrator-Funktionen. Es ist wesentlich intuitiver zu bedienen als Inkscape, gerade wenn man - wie ich - aus der Fireworks-Ecke kommt. Es ist kostenlos. Für Freelancer, die jeden Euro 1000x umdrehen müssen, ist Gravit also ziemlich perfekt.


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